1. Fußballclub Köln/Sport

Auswärtsspiel des 1. FC Köln in Karlsruhe – Ein Augenzeugenbericht

Als bekennender Anhänger des 1. FC Köln freute ich mich, meinen dreiwöchigen Heimaturlaub in der Domstadt mit einer Auswärtstour zum KSC zu starten. Meine Freunde und ich sind weder Teil der organisierten Fans, noch sind wir mit Ultras bekannt.

Zu meiner Person: Ich bin 29 Jahre alt und arbeite als Journalistin bei einer deutschen Tageszeitung. Ich bin FC-Mitglied und begeisterte Stadiongängerin. Leider musste ich berufsbedingt vor einem Jahr Köln verlassen und durch die Anstoßzeiten der zweiten Liga schaffe ich es nur noch selten ins Müngersdorfer Stadion.

DIE HINFAHRT

Der einzige Grund, warum wir gemeinsam mit anderen FC-Anhängern im Zug fuhren war, dass es mit dem Wochenend-Ticket diese eine Verbindung gab. Das hieß für uns: Abfahrt um 5:50 Uhr ab dem Kölner Hbf. Der Zug war brechend voll, die Stimmung gut. Auch „normale“ Fahrgäste feierten mit uns und waren von der guten Stimmung sichtlich erheitert. Nach fast 6-stündiger Fahrt kamen wir friedlich und guter Dinge in Karlsruhe an. Um Wertgegenstände einzuschließen, blieben wir einige Minuten an den Schließfächern stehen. Als wir mit ca. 10 bis 15-minütiger Verspätung zum Hintereingang kamen, wurden wir von Beamten eingekesselt und durften den Vorplatz nicht verlassen. Zur Toilette durften wir nach der sechsstündigen Fahrt nicht gehen. (Später dann einzeln mit jeweils einem Beamten…) Wir wurden gefilmt und genaustens von den Beamten beobachtet. Ich habe einige FC-Anhänger gesehen, die verquollene Augen hatten und das von der Polizei eingesetzte Pfefferspray abbekommen hatten. Es sei noch einmal erwähnt: bis zu dem Auftreten der Polizei war die Stimmung gut und es gab keinerlei Aggression.

Da wir uns mit befreundeten Karlsruhern verabredet hatten, schlugen diese vor, doch den Weg zum Stadion mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzutreten, denn die versprochenen Busse für die FC-Fans ließen rund 20 Minuten auf sich warten. Leider durften wir uns, wie oben beschrieben, nicht aus dem Kessel der Polizei bewegen. Als die Busse dann kamen – es war Anstoßzeit – verstellten die Beamten die Türen und ließen uns nur einzeln in die halbgeöffnete Fahrertür der Busse, was zu weiterer Wartezeit und verspäteter Abreise führte. Meine rote Pappnase, die ich immer in der Handtasche mit mir führe, wurde von den Beamten mit hämischen Kommentaren bedacht, die mich sprachlos zurückließen. Eine  Antworte verkniff ich mir. Unser Bus fuhr sogar zum Stadion.

Dort angekommen, wunderte ich mich über die massive Polizeipräsenz, zumal Kölner und Karlsruher sowieso durch Zäune voneinander getrennt wurden. Dort verloren wir auch unsere Karlsruher Freunde, die in einen anderen Block gingen. Das Spiel gemeinsam in einem der Blöcke zu verfolgen, trauen wir uns nicht. Am Stadion angekommen, kamen uns diverse Kölner Fans entgegen, die das Stadion verließen. Sie solidarisierten sich mit den ersten Bussen, die vom Hauptbahnhof zwar abfuhren, aber nicht wie versprochen zum Stadion, sondern auf direktem Weg zur Polizeistation. Dies bestätigen mir mehrere Insassen des Busses unabhängig voneinander.

Die Gästekurve im Karlsruher Waldstadion

Keine Ultras, keine Stimmung

Wir verfolgten den Rest des Spiels aus Block E2. Leider fehlte mit den Ultras auch die Stimmung und die komplette Anfeuerung aus der Kurve. Niemand sang, keine gemeinsamen Sprechchöre, keine Fahnen, keine Banner. Nur leere erste Reihen. Ohne ein Megafon und jemanden, der die Lieder vorgibt, sind 3500 FC Fans auch schwer zu koordinieren. Hinter uns, vor dem Stadion, standen die verbliebenen Fans, die sich mit denen in den mobilen Zellen auf der Polizeistation solidarisierten. Die Frustration der mitgereisten Fans vor dem Stadion war spürbar, von „De-eskalationsmaßnahmen“ der Polizei kann wirklich keine Rede sein, es wurde massiv Pfefferspray eingesetzt, was die Stimmung weiter aufheizte.

Ein anderer FC-Fan, der aus Karlsruhe kommt und den ich im Stadion traf, erzählte mir, dass er nur zufällig in den Pulk der mit der Bahn anreisen Kölnern geraten sei, aber dann von der Polizei, aufgrund seines Trikots und Schals, nicht mehr gehen gelassen wurde. Er befand sich im ersten Bus, der auf direktem Weg zur Polizei fuhr. Den Fans sagte man, er würde zum Stadion fahren. Als er bei der Polizei aussteigen durfte, wurden seine Personalien aufgenommen, Fotos von ihm gemacht. Die rund 30 Ultras, die im Bus waren, wurden direkt in die mobilen Zellen im Hof geführt, wo sie sich auf den nassen Boden setzen und die nächsten Stunden bleiben sollten. Das Stadion haben sie an diesem Tag nicht einmal aus der Ferne gesehen. Was genau vorgefallen sein soll, das solche Maßnahmen erfordert, wird von der Polizei nicht bekannt gemacht. Angeblich sollen die FC-ler eine Bustür beschädigt haben, als sie durch die hinteren Türen des Busses einsteigen wollten. Ich finde diese Argumentation reichlich dünn dafür rund 60 Leute noch vor Anpfiff „präventiv“ in Zellen zu stecken (Laut Polizeimeldung handelte es sich um 60 Kölner, die noch vor Anpfiff festgenommen wurden, warum geht daraus nicht hervor). Die „normalen“ Fans durften nach Feststellung der Personalien und obligatorischem Foto zum Stadion gehen. Natürlich kamen auch sie zu spät zum Anstoß.

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DIE RÜCKFAHRT

Nach dem Spiel gingen wir zu den Bussen, die uns über einige Umwege (wie mir ortskundige FC-Fans bestätigen) zum Hauptbahnhof brachten, suchten wir uns dort eine Verbindung nach Köln heraus und gingen zum Zug. Natürlich war dieser voller Kölner. Begleitet von Karlsruher Polizisten fuhren wir nach Mainz, es hab keine Probleme oder Vorkommnisse. Die Polizei war sehr freundlich und öffnete uns sogar die Zugfenster mit Spezialschlüsseln. In Mainz angekommen, änderte sich leider die entspannte Grundstimmung und Lage. Wir wurden von Polizisten in voller Schutzmontur „empfangen“ und durften den Bahnhof nicht verlassen. Der Grund: Da auch der FSV Mainz gespielt hatte und die Fans des Clubs sich auf dem Heimweg befänden, sollten die Fanlager getrennt werden. Die Mainzer Fans durften sich selbstverständlich frei bewegen und im Bahnhof unterhielten wir uns und tauschten uns über die Spiele unserer Mannschaften aus. Keine Spur von Stress und Aggression.

Eine Imbissbude, die drei Meter entfernt auf dem Bahnhofsvorplatz steht, durfte ich nicht aufsuchen, obwohl der Beamte mich die ganze Zeit hätte sehen können. Die Bude war so nah, dass ich dem Verkäufer meine Bestellung fast hätte zurufen können – nur mit der Übergabe des Essens wäre es dann schwierig geworden. Die Beamten waren sehr aggressiv und pampten uns an, dass es bei „Widerworten“  ungemütlich für uns werden würde. Man verwies uns darauf, dass man doch im Hbf ausreichend Essensangebote gäbe. Nach uns schnappende Hunde der Polizisten „überzeugten“ uns dann. Da es nur noch drei Stunden bis Köln sein sollten, beschloss ich, nichts zu kaufen und bis Köln zu warten. Ein blöder Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Als wir uns zum Gleis begaben, staunten wir nicht schlecht. „Unseren“ Zug benutzten auch viele Mainzer um nach dem Spiel nach Hause zu fahren. Reichlich komisch, dass man uns erst trennen will, um uns dann gemeinsam nach Hause zu fahren. Aber wie dem auch sei. Die Polizeipräsenz war stark, in jedem Abteil mindestens zwei Beamte, die sich aufspielen und ziemlich arrogant gaben. Die Kommunikation beschränkte sich auf das nötigste. Als ein Kölner – offensichtlich unabsichtlich – ein wenig Bier verschüttete, nötigte der Beamte ihn die Pfütze mit einem Taschentusch wegzuwischen. Der Ton, der da vorherrschte, ließ darauf schließen, dass der gute Mann kein Interesse an Deeskalation hatte. So fuhren wir, Kölner, Mainzer rund völlig unbeteiligte Passanten – los. Nach rund 30 Minuten, um 19 Uhr, hielt der Zug an und die Beamten aus unserem Abteil liefen nach vorne.

 Vier Stunden festgehalten

Noch bevor wir wussten, was gerade passiert, fuhren rund 15 Polizeimannschaftswagen mit Blaulicht vor, es gab weder eine Durchsage seitens des Fahrers, noch verlässliche Informationen seitens der Polizeibeamten, die zumindest in den ersten beiden Stunden unseres nicht ganz freiwilligen „Aufenthaltes“ auf uns „aufpassten“. Angeblich hatten FC-Fans im ersten Abteil randaliert und Beamten angegriffen. Videobeweise gäbe es auch, die müssten jetzt ausgewertet werden und das würde andauern, so die einzige Auskunft. Rund 30 FC-Fans standen deshalb vier Stunden im Regen eingekesselt von der Polizei.  Dass wir alle kollektiv vier Stunden warten mussten, bis der Zug weiterfuhr, war reine Schikane der Polizei. Langsam glaube ich auch nicht mehr daran, dass wir in dieser Nacht überhaupt nach Köln weiterfahren würden. Mir wurde sogar von Beamten ins Gesicht gesagt, dass ich selbst daran schuld sei. Denn schließlich wisse man doch, dass die Kölner Anhänger asozial seien. (O-Ton des Beamten)

Da ich nicht im ersten Wagen saß, als sich der Vorfall ereignete, mag ich nicht darüber urteilen, was genau passierte. Von Leuten, die dort aber saßen, hörte ich, dass eine Zigarette der Auslöser dafür war, dass die Polizei in kompletter Montur mit Schlagstöcken das Abteil stürmte und auf alles einprügelte, was sich dort bewegte. Auf einen am Boden liegenden FC-Fan, der sich bereits nicht mehr bewegte, wurde weiter eingetreten. Er wurde dann von den Beamten weggebracht und wurde nicht mehr gesehen. Sein Handy war ausgeschaltet und seine Freunde wussten weder wo er von der Polizei hingebracht wurde und ob es ihm gut geht.

Keine Rechte, keine Toilette und kein Handyakku

Vier Stunden lang lies man uns im Dunkeln über die Geschehnisse und wann es weiter gehen würde. Es hab keine Toiletten und auf meine Frage danach wurde ich von den Beamten höhnisch ausgelacht. Eine Antwort auf meine Frage, ob ich mich mit den Jungs an die Wand stellen sollte, wenn sie pinkeln, bekam ich nicht. Irgendwann hiess es, es sollte einen Bahnersatzbus geben, der uns wenigstens nach Bingen bringt. Den gab es auch, aber der nahm nur die „normalen“ Fahrgäste mit. Kölner wollte er nicht in seinem Bus haben. Als wir einsteigen wollten, schloss er die Fahrertür und fuhr los. Jemand schlug gegen die Türe und der Fahrer fuhr rechts ran und kam aus dem Bus. Er verpasste dem Typen neben mir einen gewaltigen Schlag, dass dieser fast hinfiel, hätten wir ihn nicht festgehalten. Immer wieder suchten wir das Gespräch mit den Beamten, die ja zahlreich versammelt waren. Leider wollte niemand mit uns reden und Auskunft geben. Es hieß lediglich: „Wir zwingen Sie ja nicht hier zu bleiben“. Wo ich hätte hingehen könnten, konnte man mir nicht sagen. Wir standen in Gaulsheim, irgendwo vor Bingen. Keine Toilette, kein Bus und kein Taxi. Da wir seit 6 Uhr morgens unterwegs waren, auch kein Handyakku mehr. Aufgrund des fehlenden Akkus konnten sämtliche Vorgänge und Aussagen der Beamten leider nicht gefilmt und dokumentiert werden. Und das wussten diese ganz genau. Nach vier Stunden ging es dann weiter und der Zug fuhr nach Köln.

Mein Fazit der Tour

Wir wurden am Samstag Zeuge eines geplanten Schlages der Polizei gegen die organisierten Kölner Fans. Man wollte die Kölner Ultras schon am Hauptbahnhof erwischen und war sich sicher, dass sie in den ersten beiden Bussen in Richtung Stadion sein würden, da sie ihre Fahnen und Banner noch vor Anpfiff im Stadion aufhängen wollen. „Leider“ erwischte man so aber nur vergleichsweise wenige Ultras und der Rest, der bereits im Stadion war, solidarisierte sich mit denen in der Zelle, sodass das unnötige Vorgehen der Polizei schnell publik wurde.

Auf der Rückfahrt gab es keinen Grund für die Beamten, den Zug zu begleiten. Alle FC-Anhänger freuten sich über die drei Punkte und wollten einfach nur schnell nach Hause. Die Beamten, die sich ab Mainz um uns „kümmerten“ waren über alle Maßen aggressiv und absolut auf Konfrontation aus. Der Einsatz von Pfefferspray war vollkommen überzogen und sollte die FCler provozieren, damit man endlich einen Grund hat, draufzuhauen. Für mich als Außenstehende, war das gestern leider sehr offensichtlich.

Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es keine weiteren Vorkommnisse gegeben hätte, hätte sich die Polizei in Mainz verabschiedet und hätte uns in Ruhe nach Köln fahren lassen. 100 Prozent sicher.

Die Behandlung durch die Beamten hat gezeigt: Als Fußballfan, der auf Auswärtsspiele fährt, ist man nur ein Mensch zweiter Klasse.  Durch pure Anwesenheit hat man seine Grundrechte verwirkt und die Polizei darf alles. Ich fühle mich ohnmächtig und der Willkür der Beamten schutzlos ausgeliefert. Ich kann weder Namen nennen, noch die betreffenden Beamten beschreiben. Durch massive Präsenz der Polizei und extrem langen Wartezeiten in Regen und Kälte sollten wir eingeschüchtert und mürbe gemacht werden. Das ist kein schönes Gefühl.

Ich wünsche mir inständig, dass sich mein Verein, für den ich die Kilometer gerne auf mich nehme, gegenüber der Polizei für mich und meine Rechte einsetzt. Ich bin nämlich kein Einzelfall, sondern einer von 3500 FC-Fans, die viel  Zeit, Emotionen und auch Geld in diese Auswärtsfahrt investiert haben.

***edit: Diesen Text habe ich am Sonntag per Email an die Verantwortlichen des 1. FC Köln geschickt.

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114 Kommentare zu “Auswärtsspiel des 1. FC Köln in Karlsruhe – Ein Augenzeugenbericht

  1. So ist das, als Fussball-Fan in Deutschland. Wer sich dazu zählt, egal für welchen Verein, kennt diese, oder ähnliche Szenen. Man ist nicht Mensch zweiter Klasse, sondern das letzte vom Letzten. Man ist der totalen Polizei-Willkür ausgesetzt. Niemand, der nichts verbrochen hat, will sich so etwas gefallen lassen. Und die Medien blasen ja ins gleiche Horn. Über Positives in der Szene wird nicht berichtet, über Katastrophen-Einsätze der Polizei und unwahre Steuer-Argumentationen irgendwelcher Innenminister, die sich wichtig machen wollen, gibt es keine Brennpunkte oder Sondersendungen von Maischberger und Konsorten, zu denen dann gerne zweifelhafte „Fachleute“ eingeladen werden. Fußballfans haben keine Lobby in Deutschland.

    • Recht habt Ihr! Bin zwar Gladbacher, aber sowas geht ja garnicht!
      Es geht ja leider allen so, egal welche Liga. Die Wuppertaler dürfen keine Auswärtsspiele machen, auf Schalke hängt ein Banner das nicht gemocht wird, und was passiert? Massive Polizeigewalt! Das kann die Lösung einfach nicht sein.
      Ich habe an Samstagen immer das Gefühl egal wo ich bin in D, daß die Hundertschaften der Polizei da Ihre Übungen durchführen.

  2. Leute…
    Was regt ihr euch noch auf?
    Wie Fan s sind die bösen. So ist es und wir haben keine Lobby deswegen interessiert es auch keinen.
    Dieses Jahr zb wurde ein 14 jähriger absolut unbeteiligter Junge vor meinen Augen von einem Polizeihund gebissen. Grund? Er ging durch einen Park nahe des Stadions und traf dort auf unsere Fangruppe. Da dieser weg zum Stadion jedoch von der Polizei nicht so für uns geplant war (es gab keinerlei ausschilderung und keine Hinweise dass Wir dort nicht gehen sollten, es gab sogar einen Wegweiser „stadion“) und nur von zwei Beamten plus Hund „bewacht“ wurde, ließen diese kurzerhand den überaus aggressiven hund los. Der biss den 5m neben uns gehenden kleinen Jungen in den arm, vollkommen unbeteiligt!! Als Wir helfen wollten und die Beamten aufforderten einen Arzt zu rufen kam eine Gruppe von Ca 20 Beamten in kampfmontur die uns alle (einschließlich des blutenden Jungen) mit schlagstöcken und Pfefferspray über eine Anhöhe aus dem Park prügelten. Die Beamten mit dem hund machten sich aus dem staub und auch unten auf der Strasse bekamen Wir keine ärztliche Hilfe für den gebissenen. Schliesslich brachten Wir den jungen zu einem Krankenwagen wo Wir und der junge von anderen Beamten als krawallmacher beleidigt wurden und unsere Personalien aufgenommen wurden. Als Grund nannte man uns dass es offensichtlich aufgrund der Verletzung eine Auseinandersetzung gegeben haben muss und diese muss verfolgt werden können…gemeint war aber eine vermeintliche Aggression unserer seits gegenüber gegnerischer Fans. Dass der junge gar kein Fan war sondern einfach nur in diesem Park unterwegs war wurde nicht ernst genommen. Es gab von dem biss ein Video, 8 Zeugenaussagen, die bisswunde (dort sicher auch genügend DNA spuren) usw…passiert ist nichts. Die Anzeige wurde fallen gelassen da die Beamten bzw der hund nicht zu ermitteln seien. Die Eltern des jungen (die uns letztlich sogar dankbar waren dass Wir uns um die ärztliche Versorgung des jungen kümmerten) erstatten Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen die Beamten…hier das gleiche Ergebnis.

    Das ist nur ein Beispiel von vielen, besonders tragisch weil es ein völlig unbeteiligtes Kind traf. Jedes Wochenende erleben die Fans in Deutschland derartige Vorfälle, eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten bei solchen Einsätzen gibt es immer noch nicht obwohl von internationalem Recht vorgeschrieben.

    Natürlich gibt es auch seitens der Fans immer wieder Ärger und manchmal handelt die Polizei zum selbstschutz, aber die Entwicklung der letzten 5 Jahre ist absolut drastisch und eigentlich für einen Rechtsstaat nicht vorstellbar. So oft habe ich Schikane und unnötige Provokation erlebt dass ich ein ganzes Buch schreiben könnte….und mal ganz ehrlich:natürlich weiss die Polizei in diesen Fällen ganz genau wie man eine meist alkoholisierte Gruppe junger Männer dazu bringt sich zu Dingen hinreissen zu lassen die mit einem passiven auftreten der Polizei niemals passiert wären. Ich wage zu behaupten dass 80% der Vorfälle beim Fussball nicht passieren würden wenn die Polizei ihre Aufgabe tun würde, nämlich überwachen und eingreifen wenn eine Straftat begangen wird – und zwar immer im gegebenen Verhältnis.

  3. Mir geht dieses Problem mit der Polizei so richtig gegen den Strich! Ich reise als FC Anhänger auch gerne zu Auswärts Spielen und habe auch schon die eine oder andere Situation mit erlebt.

    Danke für den Bericht und jetzt würde ich gerne einmal die Stellungnahme von der Polizei lesen auch wen ich weiß was drinnen steht! Und ganz wichtig wäre mal zu wissen wie die Vereinspitze die Sachlage sieht!?

  4. Liebe Sarah Peters,
    danke für diesen tollen Bericht, auch wenn der Inhalt doch sehr erschreckend ist. Das ist leider der Grund, warum ich nicht mehr auf Auswärtsspiele meines geliebten FC St. Pauli gehe. Denn genau das gleiche habe ich leider des öfteren erlebt und habe keine Lust mehr in solchen Situationen zu stecken. Da schau ich mir lieber die Spiele mit Freunden live vor der Glotze an, als mich ständi wie ein Krimineller behandeln zu lassen.

    • Lieber asgedom24,
      Ich kann deine Ohnmacht nachvollziehen, und habe auch respekt vor Deiner Entscheidung.
      Aber gerade Dein Beispiel zeigt doch exemplarisch, was erreicht werden soll. Nämlich die Fans die Freude einer Auswärtsfahrt zu nehmen, damit die Plätze für Zahlungskräftigeres Publikum bereitgehalten werden können.
      Verstehe mich bitte nicht falsch. Dieses soll und darf auch keine Kritik an Deiner Entscheidung sein.
      Ich für meinen Teile werde auch weiterhin zu zwei bis drei Auswärtsspielen meines geliebten magischen FCs fahren. Auch im Sonderzug. Denn nur da kann ich den Geist der Auswärtsfahrt spüren.

    • Wer so handelt überlässt das Feld den anderen und lässt der Willkür der Polizei weitere Tor und Tür. Weit verbreiten. Freunde und Bekannte zu Touren einladen. Journalisten, etc. SO dass diesen gezeigt wird was ein Fan in Deutschland alles nicht darf, weil er die Farben seines Vereins trägt

  5. immer die gleiche laier! ist es wirklich erbärmlich und unglaublich, was man sich als fussballfan heute alles so gefallen lassen muss. ganz egal, welchen verein man unterstützt, aber man wird von der „staatsmacht“ als mensch zweiter klasse ohne rechte behandelt und muss sich schikanieren lassen, wo es nur geht! das macht einen wütend, aber auch ein stückweit hilflos. ich warte nur darauf, dass hohlbratz wendt wieder vor die kamera tritt und das auftreten der polizei als völlig rechtmäßig und keinesfalls übertrieben abstempelt. es ist einfach nur zum kotzen, dass die staatsmacht tun und lassen kann, was sie will, ohne dabei mit großen konsequenzen rechnen zu müssen …

  6. Die Kölner Fans verhalten sich ja immer so vorbildlich, ichfrage mich warum da überhaupt so viele Polizisten waren. Eigentlich hätten die doch ganz woanders sein müssen, denn bei einem Auswärtsspiel vom FC brauchen die doch nie einzugreifen. Vorschlag: Die “guten FC Fans” sollten endlich was gegen die Hornochsen ihrer Fans unternehmen, dann ist diese Schikane auch schnell vorbei. So lange fast jede Woche negative Schlagzeilen über die FC Fans gemacht werden, sollte man sich nicht wundern über so eine Behandlung.

    • Jede Woche Negativschlagzeilen ? Zeig mir doch mal bitte diese von den Spielen letzte Woche in Aalen und Mainz. Oder Cottbus, Dresden, Paderborn und Fürth. Zeig mir die Berichte, wonach sich FC Fans Woche für Woche daneben benommen haben. Findest keine ? Komisch ! Vielleicht weil bisher nichts vorgefallen ist, klammert man mal ein wenig Pyro in Trier aus 😉

  7. Mies geschrieben. Eine emotionalisierte Geschichte, weiten Teils vom Hörensagen. Das scheint mir keine große journalistische Karriere zu werden.

      • @ Michael Leitner Wie kannst du so darüber urteilen wenn du selber nicht anwesend warst?

    • Auf welcher Seite arbeiten Sie denn? Ich kenne ähnliche Situationen von meinem Sohn und dessen Bekannten zur Genüge und hab keinen Grund an deren Infos zu zweifeln!

    • So sehe ich das auch. War schon auf unzähligen Auswärtstouren. Klar wird man nicht immer zuvorkommend behandelt. Aber das was die gute Frau hier schreibt ist wohl offensichtlich stark übertrieben. Typisches Schmierenwerk aus der äußerst linken Ecke.

  8. Verkehrte Welt. Aber die Schuld sucht man immer lieber bei den anderen!
    Warum agiert den die Polizei so? Weil es in der Vergangenheit so eskaliert ist.
    Weil die Polizei so reagieren muss!

    Wenn dann was passiert und die hier „selbst ernannte“ Journalistin einen auf den Deckel bekommt, dann ist das Geschrei auch groß. Egal ob man sie nun schützt oder nicht schützt, ihr Bericht hier wäre auf jeden Fall negativ ausgefallen.

    Willkommen Mädchen – in einer Welt in der man dir nicht den roten Teppich ausrollt wenn du kommst!

    Es gibt immer zwei Seiten der Mediale. Die Polizei kennt die andere Seite. Ich bin der Meinung das die Polizei sich komplett aus dem Fußball entfernen sollte. Diese Zeit könnten sie viel besser einsetzen. Zum Beispiel die Stadt sicherer machen. Und wenn es dann beim Fußball eskaliert, pesch! Dann müssen die Veranstalter eben mehr bezahlen in private Sicherheitskräfte. Ich hätte als gut ausgebildeter Polizist auch keine Lust jedes Wochenende mit solchen Idioten rum zu hängen. Dazwischen noch ein ungebildete Journalistin welche weiß was ihr passiert und dennoch da rein rennt!

    Wenn ein Jugendlicher von Millionen wegen einem PC Spiel Amok läuft, dann muss es verboten werden. Wenn jedes Wochenende tausende Menschen sich wegen dem Fussball den Schädel einschlagen, da ist dann alles ok. Am ende ist es dann noch die Polizei schuld …..

    Traurige Welt in der wir leben. Seit froh das es die Polizei gibt, die euch schützt.
    Und wenn es euch so sehr stört, dann bleibt doch einfach weg!

    • auf welcher seite die idioten stehen ist wohl eher die frage…wer das hier geschrieben hat ist auf jeden fall einer. vielleicht kommt ja mal der moment in dem du festgehalten wirst, wenn du eine bank betrittst nur weil du eventuell ein bankräuber sein könntest. banken werden ja bekanntlich ausgeraubt…und hinterher muss ich dir sagen: selber schuld, bleib dich weg! UNGLAUBLICH

    • Ungebildet?
      Wer ist hier ungebildet?
      Ich wahrscheinlich, denn ich weiß nicht, was du mit Mediale meinst und was hat Eskalation mit Pesch oder sogar Weidenpesch zu tun? :p
      Aber immerhin hab ich deinen Post trotz der fehlenden Kommas immerhin verstanden. Ich frage mich nur, wo du die Zahlen her nimmst. Sind es nicht sogar doch Millionen, die sich da jedes Wochenende umbringen? Sollte man nicht lieber über den Einsatz von Napalm nachdenken, damit die Fans (unter denen auch Frauen, Kinder, ältere Menschen, Behinderte sind) endlich ein für alle mal ruhe geben.
      Das sind alles nur die Anfänge. Das wird nicht nur beim Fußball so bleiben. Du bist der erste der jammert, wenns dir an den Kragen geht. Mal gucken was du dann sagst.

  9. Pingback: #Link11: Leben und Sterben in der Bundesliga | Fokus Fussball

  10. Dieser Bericht entspricht leider nicht der Wahrheit , zumindest das was angeblich in Karlsruhe passiert sein soll. Ich bemerke gleich dazu , Nein ich bin kein Polizist und nichts ich arbeite in Karlsruhe und dass “ egal nun welche Fans“ immer randalieren is bekannt. So wie auch an diesem Tag …

    • Der Bericht entspricht also nicht der Wahrheit. Dann erzähl mal Stephanie? Was ist die Wahrheit??

  11. Das vorgehen bei der Ankunft ähnelt doch so ziemlich dem, was den Aachener Anhang in Essen passiert ist.

  12. Ich persönlich finden den Bericht schlecht geschrieben und einseitig dargestellt. Noch dazu ist der Text voller Unterstellungen. Kein Funke Kritik an Kölner Fans, die natürlich durch die Bank keinen Fehler gemacht haben.
    Alle Handyakkus waren leer, keiner konnte sich einen Namen merken?!? Naja ….

    • Wie willst du dir Namen merken? Kein Polizist hatte Namensschilder und auch keiner wollte ansatzweise nur seinen Vornamen verraten! Ist schon hammer wenn du 4 Stunden in der Bahn wie fieh gehalten wirst, darfst nicht auf Toilette ?!? Kein Wasser ?!? „Entschuldigung hätten Sie vielleicht eine Flasche Wasser für uns wir sind wirklich am verdursten: “ “ Natürlich !!! Ham se nen Glas?“ — NA KLAR man nimmt immer Gläser mit auf Auswärtsspiele !

      Ich: Habt ihr durch eure aktion jetzt etwas gewonnen?
      Polizist: Nein, aber wir haben euch wenigstens verprügelt.

  13. Wenn sich Fußballfans bei ihrer Anreise vernünftig verhalten würden, müsste die Polizei die anderen Fahrgäste nicht schützen. Unter Vernünftig verstehe ich:
    – Keinen Alkohol im Zug trinken
    – Nicht im Zug rauchen
    – Sich ruhig verhalten, sodass man keine anderen Fahrgäste stört
    – Den Zug nicht als „seinen“ Zug betrachten
    – Rücksicht auf die Mitreisenden nehmen
    Das klingt natürlich total langweilig, aber wer bei der An- und Abreise feiern möchte, sollte mit einem eigens dafür organisierten Bus anreisen und darf dass nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln machen! Es ist erstaunlich, dass die Verfasserin des Artikels – und offensichtlich auch viele andere Fans – davon ausgehen, ihr Verhalten sei vollkommen selbstverständlich und von anderen Menschen zu tolerieren.

      • Totaler SCHWACHSINN!
        2005…Auswärtsspiel des MSV gegen den BVB. Im Zug gute Stimmung, keiner hat mist gebaut….und was passierte dann eine Haltestelle vorm Signal-Iduna Park? Pro Abteil 4 Beamte in Vollmontur und was dann passierte spiegelt genau das wieder, was auch hier die Sarah geschrieben hatte.
        Fehler gefunden? Nicht? Dann pech gehabt

  14. “ Ohne ein Megafon und jemanden, der die Lieder vorgibt, sind 3500 FC Fans auch schwer zu koordinieren.“
    Das ist schon fast witzig, wie haben wir es damals nur ohne Ultras und ohne Megaphone geschafft Stimmung zu machen? ((-:

  15. Ich war auf Schalke beim Spiel gegen PAOK, und ich muss ja keinem erzählen, was ich da erlebt hab.
    Aber da habe selbst ich, obwohl ich weit oben stand, noch Pfefferspray abgekriegt, weil die Leute die den abgeführten Ultras hinterher wollten einfach mal vollgesprüht wurden.

    Es ist traurig, was sich die Polizei da leistet. Grundlos auf unschuldige Fans einzuprügeln oder zu sprühen. Ach nein, stimmt ja, wir Fans sind alle böse und „asozial“, ich vergas. Natürlich sind einige Fans keine Unschuldslämmer, das Problem hat jeder Verein. Aber dann soll man doch bitte unbeteiligte „08/15-Fans“ damit in Ruhe lassen. Und die Wörter „deeskaliernde Maßnahmen“ gehören zusammen mit „Zweckverursacher“ zu den Unwörter des Jahres.
    Ich hatte in meinem Leben nie Probleme mit der Polizei, aber nach sowas wie gegen PAOK, ist das Fass ganz schnell übergelaufen. Wenn man keinen Grund zum prügeln hat, sucht man sich einfach einen. Traurig und erbärmlich. Und noch trauriger und erbärmlicher ist es, dass das anscheinend nur die Spitze des Eisbergs war. Und Fehler hat natürlich auch keiner gemacht…

    • Ich sach nur Hallenderby in Essen wo Duisburger und Essener unten im Foyer von den Polizisten getrennt und das ganze Foyer mit Pfefferspray eingenebelt wurden. Dazu dann noch die Türen zu so das es halt nirgendwohin abziehn konnte. Selbst oben, wo eigentlich Fußball gespielt wurde, war das zeitweilig nicht möglich und ich hatte 2 tage lang noch Reizhusten.

      Und alle die jetzt sagen „selbst schuld“ kann ich nur mal wünschen, das die so eine Willkür mal miterleben. Es zusätzlich als naiv und einseitig zu betiteln ist nur noch dummdämlich!

  16. Das wäre doch eigentlich mal was für Herrn Wallraff…
    Ich selber bin glücklicherweise nie in Konflikte mit der Polizei geraten und kann solche Situationen nicht beurteilen.

  17. Dein Bericht kenn ich nur ZU GUT und hab dies in meinem Fan-Dasein seit 1998 schon zu oft erlebt!
    Polizeiwillkür wird in D zu groß geschrieben!

    Auch wenn ich den FC nicht mag…finde ich sowas im allgemeinen eine aboslute frechheit!
    Ich hoffe das ihr euch zusammen mit der Clubleitung schnellstmöglich zusammensetzt und mit diesem Bericht und den zahlreichen Videos klage beim DFL und der Polizie BaWü stellt. Denn hier wurde massivst gegen Menschrechte verstoßen und da muss man was machen

  18. Und da wundert sich die Polizei wieso der Hass der Jugend immer Größer wird gegen die Polizei. Jetzt machen sie sich auch die Normalen Fans zu Feinden. Großartig ein Hoch auf unsere Polizei erinnert mich an DDR methoden.

    Grüße aus Nürnberg.

  19. Einseitig, naiver geschriebener Bericht. Ich bin auch Anhänger des FCs und versuche meinem Verein auch im Rest von Deutschland treu hinter her zu reisen.
    Ich habe allerdings ein Verständis für das Vorgehen der Polizei und kein Verständnis für Personen wie die Autorin die sich wissentlich bzw. mit naivem nichtwissen in die besagten Busse oder Züge begibt.
    Die Kölner Ultras haben sich diesen Ruf, den sie mittlerweile haben gewünscht und ernten nun die Lorbeeren Ihres asozialen Auftretens. In filigraner Arbeit wurden seit Jahren gegnerische Fans angegriffen, beraubt und bewusst gegen die Polizei gearbeitet. Dabei kam es zu massiven Übergriffen ggü. „Normalfans“, ggü. ältere Kontaktpolizisten unmittelbar vor dem eigenen Stadion usw. Die Liste die ich hier angefangen habe, kennt jeder Kölnfan und diese ist auch der Grund warum im eigenen Stadion Schlachtrufe wie “ Scheiss Wilde Horde“ von den eigenen fans gfesungen werden. Auch wenn eininge es mittlerweile geschafft haben, sich in einem Stadion normal zu verhalten, benimmt sich eine größere Gruppierung nach wie vor daneben.

    Jetzt frage ich mich, wie soll die Polizei drauf reagieren ? Es gibt genügend Situationen, beispielsweise wenn gegnerische Fans am Stadtwaldrestaurant vorbei fahren, wo sich jeder Normalfan hin und wieder dazu aufgerufen fühlt sein asoziales Inneres nach aussen zu kehren. Damit will ich sagen, eine einfache Trennung wie in den 80ern zwischen Hooligan und Normalfan, ist nicht mehr zu treffen. Mittlerweile ist die Vermischung viel zu groß und ein Normalfan verwandelt sich schnell zum Flaschenwerfenden und ein Ultra verwandelt sich schnell zum Prügelfan. Dass die Polizei, da nicht jeden mit Samthandschuhen anfassen kann dürfte da ja nur einleuchtend sein. Erst recht, wenn ich mich wie die Autorin, mittendrin aufhalte.
    Ich gehe dem ganzen mittlerweile aus dem Weg und Sorge für eine Sorgenfreie anreise. Bedeutet, ich halte mich von gewissen Gruppierungen fern und bleib außerhalb des Stadions nicht in deren Nähe um die tolle teils aggressive Stimmung aufzusaugen.
    Wenn ich das mache, muss ich die Suppe nachher auch ausbaden und werde auch gewissen Sanktionen unterworfen. Etwas dramatisches Sprichwort aber „Wer mit dem feuer spielt….“ Ergo, jeder weiss wie sich manche unserer Fans verhalten, jeder weiss was für Sanktionen in Form von Ausweissdaten oder Durchsuchungen da folgen können und dann darf man sich, wenn man darunter nicht leidern will, auch nicht da aufhalten.

    Wenn ich sehe, bei wievielen Spielen die Polizei eingreifen muss nur weil die Fans aufeinander treffen, zweifle ich mittlerweile an der Fußballkultur. Wenn ich sehe, wieviele Normalfans bei solchen „Angriffsaktionen“ in der Nähe bleiben um dies mit dem Handy aufzunehmen oder alles zu sehen, muss ich mich nicht wundern, wenn die Polizei in dieser Sekunde nicht zwischen Normal- und Angriffsfan unterscheiden kann. Zu mal, im Regelfall ganze Gruppierungen auf eine Kasse oder die gegnerischen Fans zu stürmen.

    Alles in allem liebe Journalistin solltest du doch eigentlich versuchen hinter beide Seiten zu schauen. Du allerdings gibst nicht das Bild einer 29-jährigen sondern einer 13-jährigen wieder. Vollkommen einseitig, nicht reflektiert und versuchst noch nicht einmal ein Verständnis für die Polizisten aufzubringen. Sicherlich läuft da auch nicht alles richtig, sicherlich wird auch mal ein Normalfan darunter zu leiden haben aber wie würde es aussehen wenn die nicht den Kopf hinhalten würden ? Glaubst du Regenbogen und Sonne würden plötzlich aufgehen und die gewaltbereiten Fangruppen würden sich weinend in den Armen liegen ? NEIN ! Es ist leider nicht so. Falls du Beispiele brauchst und keine Zeit hast, schaue Dir Youtube an. Da siehst du was passieren würde..

    Kleiner Tip: Frag doch mal bei einer Polizeistation nach einem „Begleitartikel“ nach. Vielleicht darfst du Dich mal auf einen Wagen setzten und eines der brisanten Spiele haut nah erleben. Vielleicht bekomkmst du dann mal einen Eindruck, wozu der Krawallfan sowie die Polzei zu leisten in der Lage sind.

    • “ Auch wenn eininge es mittlerweile geschafft haben, sich in einem Stadion normal zu verhalten, benimmt sich eine größere Gruppierung nach wie vor daneben.“

      Was hat sich die Horde denn in der letzten Saison und in dieser zu Schulden kommen lassen ? Es gab kein einziges Spiel wo es zur Anwendung vom Gewalt kam. Der Einsatz von Pyro wurde massiv zurückgeschraubt, nehmen wir jetzt mal das Spiel in Trier raus. Allerdings haben da nur einige Wenige rumgezündelt und Pyro ist auch nicht gleichzusetzen mit Gewalt !

    • Also soll es laut dir in einem Land wie Deutschland nicht mehr möglich sein, zu einem Fußballspiel anzureisen ohne Polizeiwillkür zu erfahren? Wie kannst du es in einem Rechtsstaat hinnehmen, dass es zu deutlich überzogenen Polizeimaßnahmen kommt, weil irgendwelche Leute aus irgendeiner Gruppe irgendwann anders Straftaten begangen haben?
      Willst du lieber in einen Polizeistaat leben, wo die Exekutive alles machen kann, worauf sie Lust hat? Wenn ich als ein freier Mensch mich in Deutschland bewege, habe ich doch wohl das Recht darauf, dass dies ohne willkürliche Maßnahmen geschieht! Oder hätte die Dame den Zug verlassen sollen, weil sich ein paar Abteile weiter eine Ultra-Gruppierung aufhält?

      Für mich hat hier der Rechtsstaat ganz klar versagt, denn wenn überall nach diesem Prinzip gehandelt werden würde, dann könnte man direkt die gesamte Bevölkerung wegsperren. Laut dir reicht es ja schon, wenn sich Vorbestrafte Leute in der Nähe aufhalten. Und wenn alle weggesperrt sind, passieren bestimmt deutlich weniger Straftaten. Juhu, ein hoch auf unsere Freiheit !

  20. Die Kommentare unter einem Augenzeugenbericht ( den ich auch gerne abseits einer „journalistischen Karriere“ werte…) sind teils erschreckend: Menschen werden wie Vieh zusammengetrieben und von vermeintlichen Verfechtern der Demokratie zusammengeknüppelt und mit Reizgas verletzt. Das Resümee einiger: Selbst schuld! Wieso seid ihr auch Köln-Fans? Wieso geht ihr zum Fußball? Was sollen die Polizisten denn machen bei tausenden von Toten und Verletzten jedes Wochenende in deutschen Stadien? Genau – ihren Job, den jeder einzelne Ordnungshüter selbst erwählt hat! Fußball ist mein Hobby, ich bin nicht gewaltbereit und suche keine Auseinandersetzung mit irgendwem aufgrund meiner Leidenschaft. Aber es ist typisch für dieses Land: Die NSA? ICH habe doch nichts zu verbergen…Der Zensus? Weiß doch eh jeder wo ich wohne und wer ich bin! Dieses Land ist so fett, bequem und naiv geworden und räuspert sich nur noch hektisch, wenn dem gutbürgerlichen Einheitsbrei mal wieder irgendwo ein Querverweis auf die Zeit vor 1945 in den gepuderten Po geschoben wird. Zum Thema Fußball zurück: die bösen Ultras, Fans…whatever. Ständig müssen Senioren, Behinderte, Kinder, Säuglinge, bedrohte Tierarten und jegliche ethische Randgruppe geschützt werden, indem auf alles eingeknüppelt wird, was sich in einem politisch inkorrekten Radius herum befindet. Herzlichen Glückwunsch an alle Mitläufer und Ignoranten – ihr seid Deutschland!

  21. Ich habe mir mal ein Pokalspiel in Köln gegen Duisburg angeschaut und war neutral dort. Da der FC rausgeflogen ist sind die FC Fans mit CS Gas auf die Duisburger los. Ich bekam auch CS Gas ab und anstelle von hilfe wurde ich nur gefragt ob ich für den FC oder Duisburg sei. Ich antwortete mit weder noch und die antwort war dann! Tja Pech gehabt.

    Die FC Fans sollten sich erstmal in den Griff kriegen und eine Agressivere Gangart der Behörden bei den Vorbildchen verhalten der FC Anhänger kann ich Persönlich nachvollziehen. Das Familien nicht mal mehr ins Staduion gehen können ohne bedroht oder mit dummen Sprüchen konfrontiert zu werden ist echt Traurig. Und da muss man sagen haben die Kölner Fans mit den grössten anteil dran.

    • Familien können nicht mehr ohne Angst um ihr Leben ins Stadion? Mannmannmann, da ist es wieder: Will ich z.B. eine Partei nicht, schiebe ich sie an den rechten Rand oder darüber; will ich Gewalt der Obrigkeiten gegen Fans und/oder Unbeteiligte rechtfertigen, rufe ich Kinder, Senioren, Behinderte an den Ort des Geschehens…Seit vielen Monaten war es bei Spielen des FC Köln ruhig – nur leider wurde dies von den Medien NICHT zur Kenntnis genommen. Es tut mir leid, dass Sie eine schlechte Erfahrung machen mussten und hoffe, dass Ihnen auch nichts weiter passiert ist ,aber die Chance eins auf die Nase zu bekommen (oder Schlimmeres…) ist auf jedem Volksfest höher.

  22. sehr gut, sachlich und emotionsfrei geschrieben. Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen beim FC dies auch wirklich lesen und sich nicht blind einer eventuellen Strafe beugen „um des lieben Friendens willen“.

  23. Als Berliner Fan würde ich gerne auch nochmal meinen Senf dazu geben.

    Mir fällt mehr und mehr diese Schikane der Beamten auf, die sich auch immer schlimmer zuspitzt. Ich war zwar noch nicht bei so extremen wie diesen hier berichteten zugegen, allerdings bekommt man auch kleine Dinge mit. Kleines Beispiel am Rande:

    Ende 2012 waren wir in Cottbus beim Auswärtsspiel der Hertha. Wir sind ganz friedlich zum Stadion gelaufen (mal von zwei Bengalos ganz vorn abgesehen), waren auf der Straße, die extra für uns abgesperrt wurde und liefen friedlich singend in Richtung Stadion. Mein Kumpel und ich wollten am Rand etwas weiter nach vorn laufen, um nicht ganz hinten zu sein. Also rauf auf den Bordstein und vorbei. Naja. Aber die „liebe“ Staatsgewalt hatte ganz offensichtlich was dagegen, sodass sie uns einfach zurück in die Masse schubsten, ohne drauf zu achten, ob wir vielleicht stürzen oder uns verletzen könnten. Mit einem unfreundlichen „Geht zurück in die Gruppe“ wurden wir abgespeist.

    Andere Stadt, andere Situation. Anfang März, Auswärtsspiel in Dresden. (Ähnliches passierte übrigens auch vor Kurzem in Hannover). Wir auf dem Bahnhof gewesen und die Beamten rannten vor zur Treppe, drängten sich an uns vorbei ohne drauf zu achten, ob wir vielleicht auf die Gleise stürzen können oder sonstiges.

    Selbst normal sprechen ist mit diesen Personen nicht möglich. Man wird selbst bei ganz harmlosen Fragen grundlos angeblafft, egal um was es geht. Außerdem wird jeder sofort für ’nen ganz bösen Schläger gehalten, sobald man nur mal kurz böse guckt.

    Das, was die Polizei sich Fans gegenüber erlaubt, ist die größte Frechheit überhaupt. Polizisten inklusive kompletter Kampfmontur gehören weder in Stadien, schon gar nicht in diesen Massen, geschweige denn in Auswärtszüge von Fans.

    Diese Zwei-Klassen-Gesellschaft macht jedes Auswärtsspiel zum Horror, weil man fürchten muss, von Polizisten grundlos angegangen zu werden oder Ähnliches. Man wird behandelt wie das Letzte und das geht einfach nicht. Schade, dass sich zu wenige Institutionen, die auch was zu sagen haben, dafür einsetzen, dass daran etwas geändert wird. Geschweige denn, dass irgendwas am Rechtssystem geschraubt wird. Armes Deutschland, wie gehst du mit deinen Fußballfans um?

  24. kopfschütteln….hier gibt es immer noch menschen, die glauben, dass die polizei dein freund und helfer ist. in ausnahmefälle mag dies auch mal vorkommen, aber diese ausnahmefälle sind bei auswärtsfahrten sehr sehr selten.

  25. Man will keine Fans mehr, nur noch Operettenpublikum.
    Warum, weil die für ein Spiel einfach mehr Geld ausgeben….

  26. So ähnlich erging es uns vor Jahren in Bremen… beim verlassen des Stadions wurden wir, obwohl auf der Mittelgeraden sassen, aber Köln-Trikots anhatten direkt zu allen Kölner eingekesselt und dann per Kampfmontur der Polizisten zu den S-Bahnlinien zum HptBhf Bremen filmend geführt. Dort angekommen, wurden alles per Polizeiketten abegriegelt und in einem scharfen und absolut unfreundlichen, eskalierenden Ton (bin normalerweise absolut ruhig und gelassen, aber bei dieser Aggression ausgehend von der Polizei war selbst ich bereits auf 180 !!!) wollte man uns weder zu Toilette noch sonst wo hin lassen.
    Der Hammer war dann, dass wir leider berufsbedingt nicht mehr bei Köln wohnen und wir somit den Zug nach Oldenburg nehmen mussten. Dies wollte die Polizei aber nicht akzeptieren und baute die Kette so auf, dass man nur zum Bahnsteig des Zuges Richtung Köln konnte. Bestimmt über 20 mal musste ich den Beamten, die total arogant und ignorierend reagierten, erklären, dass wir nicht nach Köln fahren. Erst als ich dann ziemlich laut wurde, hörte man mir erstmal zu und liess uns dann zu dem anderen Gleis. Meine Frau und ich hatten nur Trikots an und sind noch nicht mal in einem Fan-Club. Wir sind einfach absolute FC-Fans und ich bin mit Mitglied. Aber so etwas haben wir noch nicht erlebt und das aggressive Vorgehen der Polizisten hat die ganze Stimmung total ins negative gedreht.

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