Darum bin ich nicht ins Stadion gegangen

Über den angekündigten Derbyboykott der Kölner in Gladbach in der Rückrunde wurde im Vorfeld viel geschrieben, gestritten und diskutiert. Da es ein großes Thema in Köln war, wollten wir das Thema auch nach der Aktion angehen und haben für das Fanzine „Kölsch live“, das auch gleichzeitig die Mitgliederzeitschrift des Kölner Fan-Projekts ist, ein Pro/Contra geschrieben. Meine Aufgabenstellung: Ein Aufsatz mit dem Titel: „Darum bin ich nicht ins Stadion gegangen“. Erschienen im aktuellen Heft „Kölsch live“ (2/2016).

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Mein erstes Mal…im Müngersdorfer Stadion

Aufstieg 2014

Ich könnte jetzt erzählen, welch einschneidendes Erlebnis mein erster Stadionbesuch war. Dass ich damals schon wußte, dass dieses Erlebnis mein Leben prägen würde. Oder dass Effzeh episch gegen die Bauern aus Gladbach gewann oder mein Opa mir nach dem ersten gemeinsamen Spielbesuch anerkennend auf die Schulter klopfte und mir mit Pipi in den Augen seine Dauerkarte überreichte, damit ich die Familientradition weiterführen würde.

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Derbyschmach, Leuchtspuren und Vollpfosten – ein Kommentar

Auch einen Tag nach dem rheinischen Derby herrscht das Gefühl der Fassungslosigkeit. Ich bin stocksauer. Das Ergebnis ist mir dabei echt egal. Denn Teile unseres „Anhangs“ meinen, sich an nichts halten zu müssen. Ein paar Sonnenkönige mit Vakuum zwischen den Ohren machen in wenigen Stunden alles zunichte, was an Fandialog etc. zwischen Fanszene und Verein aufgebaut wurde.Wenn Leuchtspuren, Knaller und ein absolut sinnfreier Platzsturm euer Verständnis von Fankultur ist, dann habt ihr nichts begriffen. Denn dann folgt ihr blind einigen wenigen Idioten, ohne deren Vorgaben oder Ansagen zu hinterfragen.

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Dem Tag entgegen

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Luxus bedeutet für mich Dinge erledigen, die im Alltag oft untergehen oder für die ich wenig Muße habe. Zwar laufe ich regelmäßig aber richtig intensive, lange Läufe kann ich nur am Wochenende einschieben.

Darum beginnt mein perfekter Sommertag früh, wenn die Luft noch angenehm kühl ist und die Sonne noch nicht erbarmungslos vom Himmel brennt. Sobald ich es schaffe, die Augen aufzuhalten, starte ich in den Tag. Denn ich bin Frühaufsteher und Nachteule in Personalunion. Noch vor dem ersten Kaffee schnüre ich meine Laufschuhe und trabe meine Lieblingslaufstrecke entlang. Meine Schritte hallen auf dem Asphalt. Ich liebe es, durch die Stadt zu laufen wenn selbige noch in die Kissen murmelt und sich die meisten Menschen noch einmal selig im Bett herumdrehen.

Laufen ist wie Urlaub, Erholung für Leib und Seele. Wenn das Panorama stimmt – darum wähle ich für solche perfekten Tage auch besondere Strecken aus. Das ist mein kleiner Sommerluxus. Meist können das nur Läufer verstehen, doch niemand, der sich einmal die Mühe gemacht hat mit mir aufzustehen, hat hinterher diese Entscheidung bereut.

Die Sache mit dem „Schland“

 

Warum ein Autocross nach dem ersten Gruppenspiel?

 

 

Die WM in Brasilien läuft auf Hochtouren, endlich gibt es die tägliche Fußball-Dosis. Doch ich habe natürlich trotzdem was zu meckern:

 

Die Sache mit dem „Schland“

Alkohol geschwängerter Party-Patriotismus liegt in der Luft, wild hupende Autokorsos verstopfen die Innenstädte und der Bundesadler blickt vom Dach jeder zweiten Dorfkneipe.

Nehmt euch in Acht, denn die schwarz-rot-geile Herde zieht wieder durch die Straßen.

Nach dem einem der Vorrundenspiele mit deutscher Beteiligung bin ich auf dem Heimweg von der Arbeit in einen beflaggten Autokorso geraten.

Ich war verstört und sauer zugleich, hupten mich die Teilnehmer doch unverfroren an, lehnten sich aus den heruntergelassenen Autofenstern und brüllten mir „Schlaaaaand“ entgegen. Angenervt kurbelte ich meine Fensterscheiben hoch und drehte die Musik lauter.

Zu spät, denn die Bierfahne des jungen Mannes, der mich bei seinem Ausruf anschielte, hatte sich nachhaltig in mein Riechorgan eingebrannt. Trotz lauter Musik konnte ich sie noch hören: „Schlaaaand!“ Richtig schlimm finde ich auch diese unsäglichen Rückspiegelkondome, natürlich auch in schwarz-rot-geil. Beflaggte Autos. Personenkraftwagen! Ich brech‘ ab.

Ich werde temporärer Fußball-Misanthrop. Das ist sehr schade, denn eigentlich bin ich glühender Fußballfan. Begeistert, fast euphorisch, pilgere ich jedes zweite Wochenende zum Stadion meines Vertrauens, um meine Mannschaft zu unterstützen. Und dann singe ich mit, so laut ich kann.

Für mich wäre es das Größte, würde die Bundesliga im Sommer durchspielen. Auch die WM als Menschen verbindendes Fußballturnier finde ich an sich nicht schlecht, wenn man fragwürdige Vergabekriterien der FIFA und die arrogante Missachtung sozialer Probleme vor Ort ausklammert. Wenn das möglich ist.

Rein sportlich drücke ich der deutschen Mannschaft die Daumen, warum auch nicht?! Ich sitze gern mit meinen Freunden zusammen, analysiere das Spiel und erfreue mich an schönen Spielzügen (mit denen bei meinem Lieblingsverein eher gegeizt wird). Natürlich schaue ich gerne WM!

Was mich aber stört, ist, wenn König Fußball das Ruder in den Köpfen der Leute übernimmt. Und Menschenmassen stumpf mit schwarz-rot-geilen Fahnen wedeln.

Mich stören Sonderausgaben der Bild-Zeitung, die ungefragt ihren Weg in meinen Briefkasten finden, Deutschland-Aufklebe-Schnurrbärte und Cowboyhüte.

Oder eben Menschen, die mir „Schlaaaaaaand“ entgegen brüllen. Geht es da um Freude am Fußball? Ich bin mir da nicht sicher. Eher eine Art von Party-Patriotismus, den finde ich fürchterlich. Für Nationalmannschaft und Fans gilt während dieser WM anscheinend gleichermaßen: B(e)reit wie nie!

Eintracht oder Zwietracht – Kommentar zu „Macht und Politik in der Fankurve“

Eintracht oder Zwietracht? Die fanpolitische Ebene des Konfliktes ist real, sie existiert seit vielen Jahren und eine Einigung scheint nicht in Sicht. Dafür sind die Gräben in der Fanlandschaft zu tief.

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